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Denkanstöße und kontroverse Ansichten

Text/Fotos: Infojet Redaktion  
Infojet-Blog - News aus der Redaktion und den Shops
+++Infojet am 15.07.2016+++
Denkanstöße
Plädoyer für einen selbstbestimmten Nachrichtenkonsum
Neulich, gegen Mitternacht, sah ich mir kurz vor dem Schlafengehen noch eine Comedy-Show in der ARD an, als gegen Ende der Sendung ein Nachrichtenticker mit einer Eilmeldung eingeblendet wurde: +++ Eilmeldung +++ Massenpanik in Nizza +++ LKW rast in Menschenmenge +++ zahlreiche Tote gemeldet +++ mehr dazu gleich im Nachtmagazin +++. Minutenlang lief der Text durch den Bildschirm, bevor er schließlich doch noch abgeschaltet wurde.
Ich wusste nichts von der Tragödie und hatte es, ehrlich gesagt, wohl weniger eilig, darüber zu erfahren als die ARD darüber zu berichten. Ich wollte lediglich einen langen, arbeitsreichen Tag in heiterer Stimmung beenden, um am nächsten Morgen gut ausgeschlafen wieder zu arbeiten. So ging ich zu Bett, anstatt mich, wie es wohl meine öffentlich-rechtliche Pflicht gewesen wäre, gemeinsam mit den ARD-Moderatoren und -Korrespondenten des ansonsten vermutlich wenig beachteten Nachtmagazins bestürzen und erschüttern zu lassen. Das klingt herzlos und egoistisch - ist es wohl auch. Im Schlaf übermannte mich dann schließlich doch noch mein schlechtes Gewissen und ich sah im Traum eine Straße voller Leichen, die nur dürftig vor den Augen der in Tränen aufgelösten Menschen drumherum verdeckt werden konnten. Ich sah mitfühlende Reporter beim Versuch, das Unfassbare auf die Schnelle doch noch in Worte zu fassen. Ich sah aus dem Schlaf gerissene Experten über das Wer, Wie, Was, Wieso, Weshalb, Warum spekulieren, bevor noch der mediale Todesopfer-Zähler seinen amtlichen Endstand und das Grauen damit seinen messbaren Wert erreichten. Da war es um meinen ignoranten Schlaf geschehen. Ich wälzte mich ein, zwei Stunden lang im warmen Bett hin und her, bevor ich aufstand und verzweifelt nach Baldrianpillen suchte, von denen ich mir Erlösung von meinem aufkeimenden Interesse erhoffte. Dieses wollte sich nämlich jetzt partout nicht mehr bis zum Frühstück verschieben lassen. In dieser Nacht fand ich jedoch keinen richtigen Schlaf mehr.
Völlig übermüdet setzte ich mich am anderen Morgen hinters Steuer und fuhr auf die wie immer gut gefüllte Autobahn. Übernächtigt und entsprechend unkonzentriert verursachte ich um ein Haar einen Unfall, der mich bei der angespannten Lage im Berufsverkehr womöglich selbst in die Schlagzeilen gebracht hätte.
Da sich der Nachrichtenticker am Bildschirm nicht abschalten lässt und es sich offensichtich nicht vermeiden lässt, über jede Tragödie auf dieser Welt in Echtzeit informiert zu werden, überlege ich mir nun ernsthaft, ob ich nicht auf mein abendliches Fernsehvergnügen verzichten und statt dessen wieder eine Tageszeitung abonnieren sollte. Denn bei einer Zeitung bestimme ich die Zeit, zu der ich für Anschläge, Katastrophen, Terrorakte, Krieg, Mord und Totschlag bereit bin. Mit dem Schlaf des Später-Informierten kann ich dann vielleicht dazu beitragen, die Welt ein wenig sicherer zu machen.
 
+++Infojet am 18.06.2016+++
Denkanstöße
Das Grauen will geteilt werden
Ich war ganz nah dran, bin aber heldenhaft mit dem Schrecken davon gekommen! Dann folgen die Bilder der Tragödie: ungefiltert, unmittelbar, mit betroffen zitternden Händen aufgenommen und schnappatmend kommentiert - authentisch grauenvoll wie das Leben nun mal sein kann. Ich habe ein Recht auf Information, daher sei mir auch gestattet, an der Unfallstelle auf der Autobahn kurz anzuhalten, um mir einen Überblick über die Lage zu verschaffen, bevor ich wohlig angegruselt wieder Gas gebe. Selbst, wenn es nur noch ineinander verkeilte Blechklumpen zu sehen gibt, ist das Bild, das sie auf der Straße abgeben, allemal interessanter als Tage später auf dem Schrottplatz. Dort sind sie der tragischen Situation bereits entrückt.
Um wie viel spannender wäre es wohl, wenn mir einmal das Privileg zuteil werden würde, Zeuge einer Straßenschlacht, einer Explosion oder gar eines Attentats zu werden. Ich würde das stets griffbereite Smartphone draufhalten und binnen Minuten hätte ich meine Aufnahmen tausendfach geteilt. Mit ein bisschen Glück wären sogar ein paar Likes dabei. Im Handumdrehen wäre ich berühmt - nicht weil ich ausgesprochen intelligent wäre oder die kulturelle Evolution der Menschheit sonst wie vorangebracht hätte, sondern einfach nur, weil ich da war.
Berühmter als ich wird jedoch der Hooligan, Terrorist, Extremist oder Amokläufer, dem ich durch meinen Beitrag zu medialer Aufmerksamkeit verhelfe. Doch auch er hat öffentliches Interesse verdient, denn schließlich pfeift er auf alles, was ihn gesellschaftsfähig macht. Geben wir ihm diese Momente der Bestätigung, indem wir seine Gräueltaten fassungslos wieder und wieder konsumieren. Dann wird diese Spezies auch niemals aussterben.
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